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Geschichte des Ortsvereins Oppenweiler

Wie alles begann!

Die Unfallhilfestelle Reichenberg war als Unterabteilung des Sulzbacher Ortsvereins hervorgegangen, der bereits 1929 gegründet worden war. Durch Initiative von Hausvater Cleß und Wilhelm Friz, beide aus dem Oberen Reichenberg, kam es am 24.01.1932 zur Gründung der Unfallhilfestelle des Roten Kreuz Reichenberg. Cleß, Hausvater im Landheim Reichenberg und Sanitätsfeldwebel im 1. Weltkrieg, und Wilhelm Friz zogen von Tür zu Tür um für Mitglieder zu werben. “Am 03.04.1933 wurden durch den damaligen Oberamtsarzt, Med. Rat Dr. Beutter aus Backnang, 20 Sanitätsmänner und 2 Helferinnen nach vorausgegangenem, vorschriftmäßigem Unterricht, geprüft und für geeignet befunden.”

Die Führung der 28 Mitglieder starken Reichenberger Abteilung hatte Karl Wurst übernommen. Ausbilder war Hausvater Cleß, Materialverwalter Wilhelm Friz, Kassenverwalter Eugen Weida. Die Ausbildungsabende fanden im Reichenberger Schulhaus statt. Aus dem Protokoll geht weiter hervor: “Am 17. Februar 1934 wurde aus der bisherigen Unfallhilfestelle Reichenberg und dem seitherigen Arbeiter-Samariterbund Oppenweiler die Sanitäts-Lehrabteilung Reichenberg-Oppenweiler gegründet. Zur Zeit gehören dem Roten-Kreuz 33 größtenteils geprüfte Sanitätsmänner (ohne Helferinnen) an.”

Für die Einkleidung und Ausrüstung des Ortsvereins und zur Vorbereitung auf die im Frühjahr 1936, vom Kommando des Roten Kreuz in Stuttgart vorgesehenen Prüfung der Sanitätsabteilung, erbittet Cleß einen Beitrag von 300 RM, wozu er bemerkt, dass jeder Sanitätsmann 18 RM selbst beisteuern muss.


Nach dem Krieg im Jahr 1949 hat der Ortsverein seine Arbeit unter Vorstand Hermann Englisch vom Wilhelmsheim in aller Stille wieder aufgenommen. Dieser Neuanfang ging vor allem auf die Initiative des seit 1947 in Oppenweiler niedergelassenen Arztes Dr. med. Manfred Dinkelaker sen. zurück, der lange Zeit die Erste-Hilfe Kurse durchführte.

Der Höhepunkt des 25jährigen Jubiläums unseres Ortsvereines, am 21./22. Juli 1956 war eine Großübung, die ein Zugunglück zum Inhalt hatte. Bei dieser Übung auf dem Bahnhofsgelände nahmen 20 Rot-Kreuz Ortsvereine teil.

Der Reinertrag des Jubiläums gab Vorstand Englisch den Mut zum Bau eines eigenen Vereinsheims, das zugleich als Unfallstation für die nahe B14, den Sportplatz und das Freibad dienen sollte. Baubeginn war nach der kostenlosen Planung durch Architekt Kittel aus Sulzbach im Jahr 1957. Der Bauplatz wie auch 40cbm Mauersteine wurden von der Gemeinde als Spende zur Verfügung gestellt. Unter tatkräftigem Einsatz von Fachkräften des Musikvereins Reichenberg unter der Anleitung von Rudolf Frank, den unentgeldlichen Fuhrleistungen örtlicher Unternehmer und der beträchtlichen Eigenleistung der Vereinsmitglieder wurde das Vereinsheim 1958 fertiggestellt.


Das Vereinsheim wurde vortan auch vom Musikverein als Übungsraum genutzt.

So ein Vereinsheim bringt nicht nur Segen sondern kostet auch viel Mühe und Arbeit. So musste bereits 1961 der Bretterfußboden entfernt und durch einen Betonboden ersetzt werden, da die “Bretter unter dem Linoleum erstickt” waren. 1967 wurde das Dach des Anbaus bei einem Sturm weggerissen, 1979 erfolgte der Anschluß an die öffentliche Kanalisation, sowie der Einbau eines getrennten Aborts.

Im Jahr 1983 wurde der ganze Innenraum bei einer Verpuffung des Ölofens mit einer schwarzen Rußschicht überzogen. Zwischendurch mussten die Fenster erneuert werden. Es vergeht fast kein Sitzungsprotokoll in dem keine Punkte zum Vereinsheim vorkamen.  Fast alle Arbeiten wurden durch die Vereinsmitglieder in Eigenregie durchgeführt. Zudem fanden wir immer in allen Belangen bezüglich unserem Rotkreuzheim die Unterstützung der Gemeinde.

Im Jahr 1996 mußte das DRK-Heim der Friedhofserweiterung weichen, wofür die Gemeinde dem Ortsverein als Gegenleistung ein Quartier im neu gebauten Feuerwehrgerätehaus in der Murrwiesenstrasse zur Verfügung stellte.

Die Tätigkeit damals umfasste ausschließlich Sanitätsdienste bei Veranstaltungen, auf dem Sportplatz oder im Freibad, sowie die Breitenausbildung und die Durchführung von Blutspendeterminen.

Von den Persönlichkeiten, die den heutigen Ortsverein besonders geprägt haben, ist unser Ehrenvorsitzender Wilfried Klenk besonders hervorzuheben. Er leitete seit 1979 als Bereitschaftsleiter und von 1986 bis 2001 auch als Vorsitzender ganz entscheidend die Geschicke des Vereins. Zudem war er als Ausbilder für den Verein, aber auch weit über die Gemeindegrenzen im Namen des DRK tätig. Bis heute vertritt er noch die Interessen der Ortsvereine im Kreisvorstand. Auch beruflich ist er als gelerneter Rettungssanitäter und heutiger Leiter des Stuttgarter Rettungsdienstes dem DRK treu geblieben.

Ihm war die Investition in die Ausbildung  der Mannschaft und in die Ausrüstung des Vereins stets wichtiger als ein dickes Vereinskonto. Und so lebte der Verein oft lange Zeit von der Hand in den Mund. Wie 1935 mussten 1992 die Helfer in die eigene Tasche greifen und ihre Funkmeldeempfänger selber bezahlen, der Verein stotterte die Kosten innerhalb von 4 Jahren wieder bei ihnen ab – dafür waren wir einer der ersten Ortsverein mit digitaler Alarmierung.

Im Jahr 2001 gab er die Vereinsführung an Ernst Krämer ab der dieses Amt bis heute inne hat. 2007 hatte der DRK Ortsverein Oppenweiler sein 75jähriges und das Jugendrotkreuz des Ortsvereins sein 35jähriges Jubiläum.

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